2/1-2.4 Aktuar

Aktuar

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Mein Beitrag im Verein

Als Aktuar möchte ich meine Fähigkeiten, meine Leidenschaft für dieses Thema und mein strukturiertes Arbeiten in den Dienst des Vereins stellen. Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen und mich mit voller Energie für unsere gemeinsamen Ziele einzusetzen.

Persönliche Erfahrungen als Antrieb

Durch die Erfahrungen mit meiner Tochter habe ich in den vergangenen Jahren nicht nur viele wertvolle, sondern eben auch tief bewegende und leider oftmals schmerzhafte Einblicke in den Alltag von Menschen mit ADHS erhalten. Ich habe hautnah miterlebt, wie herausfordernd das Leben sein kann, wenn das Verhalten eines Kindes nicht richtig verstanden wird, wenn vorschnelle Urteile getroffen werden und wenn notwendige Unterstützung ausbleibt – sowohl im schulischen als auch im gesellschaftlichen Umfeld.

Viele Situationen, die wir als Familie durchlebt haben, wären durchaus vermeidbar gewesen, wenn es mehr Wissen, eine frühzeitigere Aufklärung und ein größeres gesellschaftliches Verständnis gegeben hätte. Gerade deshalb hat sich in mir ein starker Wunsch gefestigt: Ich möchte nicht nur zuschauen, sondern aktiv etwas verändern. Denn ich bin überzeugt, dass niemand diese Erfahrungen allein machen sollte – und schon gar nicht ohne die nötige Unterstützung.

Aus diesem Grund engagiere ich mich mit voller Überzeugung: Weil ich dazu beitragen möchte, anderen Betroffenen und ihren Angehörigen den Weg zu erleichtern – und weil ich ihnen auf ihrem oft herausfordernden Lebensweg unterstützend zur Seite stehen will. Es geht mir nicht nur darum, Informationen weiterzugeben, sondern vor allem darum, Strukturen mitzugestalten, die Halt bieten. Ebenso wichtig ist mir, Räume zu schaffen, in denen Austausch, gegenseitiges Verständnis und Unterstützung selbstverständlich sind.

Stigmatisierung und gesellschaftliche Hürden

Unsere Familie hat – wie viele andere auch – Ablehnung und Ausgrenzung erfahren. Unsere Tochter wurde als „aggressiv“ oder „schlecht erzogen“ abgestempelt. Uns als Eltern wurde unterstellt, wir hätten unser Kind nicht im Griff. Diese Zuschreibungen waren nicht nur verletzend, sondern auch grundlegend falsch – und sie verdeutlichen, wie gross der Aufklärungsbedarf in der Gesellschaft noch immer ist.

ADHS als Stärke verstehen

Diese persönlichen Erfahrungen haben in mir den Wunsch gefestigt, aktiv etwas zu verändern. Ich bin fest davon überzeugt, dass ADHS keine Schwäche oder Störung ist, die man „beheben“ muss. Vielmehr sehe ich in diesen Menschen besondere Potenziale und Talente, die es zu erkennen und zu fördern gilt – sei es im Kindes-, Jugend- oder Erwachsenenalter.

Anstatt Menschen mit ADHS auszugrenzen, sollten wir Wege finden, sie zu verstehen, zu begleiten und ihre Stärken zur Entfaltung zu bringen.
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