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Therapien

Therapien
Es gibt eine breite Palette an Therapien für ADHS, die von Verhaltenstherapie über medikamentöse Behandlung bis hin zu komplementären Ansätzen wie Coaching und Ernährungsanpassungen reichen.

Die wissenschaftlich am besten untersuchten und von Fachleuten als wirkungsvoll anerkannten Methoden sind jedoch insbesondere die Verhaltenstherapie und die medikamentöse Therapie mit Stimulanzien (wie Methylphenidat). Diese Verfahren wurden in vielen Studien als effektiv in der Reduktion der ADHS-Symptome bestätigt.

Effektivität und Grenzen der Therapien

Die Forschung zeigt, dass diese bewährten Verfahren für viele, aber nicht alle Patienten hilfreich sind. In der Praxis bedeutet das, dass eine Therapie, die bei einem Patienten erfolgreich ist, bei einem anderen weniger effektiv sein kann.

ADHS-Symptome und deren Intensität sind individuell sehr unterschiedlich, sodass die Behandlung oft individuell angepasst werden muss.

Auch Faktoren wie Komorbiditäten (zusätzliche psychische oder physische Erkrankungen) können den Therapieerfolg beeinflussen.

Multimodale Therapieansätze

Um den Therapieerfolg zu optimieren, wird häufig ein multimodaler Therapieansatz empfohlen, der verschiedene therapeutische Methoden kombiniert.

So kann beispielsweise eine Kombination aus medikamentöser Behandlung und Verhaltenstherapie besonders wirksam sein.

Zusätzlich gibt es unterstützende Ansätze wie ADHS-Coaching, psychoedukative Massnahmen und Selbsthilfegruppen, die Betroffene und ihre Familien im Alltag begleiten und ergänzend zur Kerntherapie wirken können.

Beratung und Psychoedukation

Grundlage für jede weitere Behandlungsmassnahme ist die Beratung von Eltern und Kind. In diesem Rahmen werden aufbauend auf den persönlichen Erfahrungen der Eltern und des Patienten das Störungsbild ADHS, der Umgang mit daraus resultierenden alltäglichen Problemen sowie Behandlungsmöglichkeiten näher erläutert.

Es ist hilfreich, die Erzieher bzw. Lehrer des Kindes in die Beratung mit einzubeziehen. Ein besseres und gemeinsames Verständnis vom Störungsbild soll den Umgang mit den aus der ADHS resultierenden Problemen erleichtern und vermitteln, welche Strategien im Alltag hilfreich sind. Je älter die Kinder und Jugendlichen sind, desto stärker müssen Sie mit einbezogen werden. Ratgeber für Eltern, Jugendliche und Pädagogen können als hilfreiche Unterstützung dienen.

Verhaltenstherapie

Unter dem Begriff der Verhaltenstherapie werden verschiedene psychologische Behandlungsformen zusammengefasst:
Familieninterventionen
Elterntraining und Interventionen in der Familie, die auf die Verminderung von hyperaktivem, impulsivem und unaufmerksamem sowie oppositionellem und aggressivem Verhalten des Kindes oder Jugendlichen hauptsächlich in der Familie abzielen.
Schulinterventionen
Interventionen in Kindergarten oder Schule, die auf die Verminderung von hyperaktivem, impulsivem und unaufmerksamem sowie oppositionellem und aggressivem Verhalten des Kindes oder Jugendlichen hauptsächlich in der Schule abzielen.
Patienteninterventionen
Direkte Therapie des Kindes oder Jugendlichen, die dem Patienten helfen sollen, die ADHS-Symptome sowohl in der Therapiesitzung als auch in seinem natürlichen Umfeld zu vermindern. Häufig werden diese verschiedenen Behandlungsformen miteinander kombiniert, um die Effekte der Therapie in den verschiedenen Lebensbereichen des Patienten (Schule, Familie, Freizeitbereich) zu optimieren.

MEdikamentöse Therapie

Unter dem Begriff der Verhaltenstherapie werden verschiedene psychologische Behandlungsformen zusammengefasst:
Wann wird eine medikamentöse Therapie empfohlen?
Die medikamentöse Therapie von Kindern mit ADHS kann eine wichtige Ergänzung zu den anderen Behandlungsformen darstellen; in manchen Fällen ist sie sogar eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die anderen Behandlungsformen erfolgreich eingesetzt werden können. Manche Kinder kommen mit den Medikamenten so gut zurecht, dass neben einer regelmässigen Kontrolle und Beratung der Eltern keine weiteren intensiven Massnahmen notwendig sind.

Die Behandlungsleitlinien der Fachgesellschaften empfehlen einen medikamentösen Behandlungsversuch bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS ab dem Alter von sechs Jahren nach einer umfassenden Beratung und Psychoedukation unter zwei Bedingungen:
  • bei einer stark ausgeprägten ADHS-Symptomatik, welche die schulische Leistungsfähigkeit oder die Freizeitaktivitäten des Kindes oder Jugendlichen oder das Zusammenleben in der Schule, in der Familie oder mit Freunden erheblich beeinträchtigt
  • wenn im Rahmen einer Verhaltenstherapie die ADHS-Symptomatik sich nicht hinreichend verbessern lässt und beeinträchtigende ADHS-Symptome weiterhin bestehen.
In einem medikamentösen Behandlungsversuch wird im Einzelfall überprüft, ob das Medikament wirkungsvoll ist, ob Nebenwirkungen auftreten und welches Medikament in welcher Dosierung optimal ist. Für die Behandlung von Kindern vor dem Alter von sechs Jahren sind diese Medikamente nicht zugelassen.

Sie können jedoch in Ausnahmefällen dennoch indiziert sein, wenn alle anderen therapeutischen Maßnahmen ausgeschöpft worden sind. In Einzelfällen kann der Arzt von diesen Empfehlungen abweichen, wenn beispielsweise eine entsprechende Therapieform vor Ort nicht zur Verfügung steht.
Welche Wirkungen haben die Medikamente und wie wirksam sind sie?
Die Wirkung von Medikamenten, die Methylphenidat oder Dexamphetamin enthalten, setzt etwa 30 bis 45 Minuten nach der Einnahme ein. Bei Medikamenten mit kurzer Wirkdauer bleibt die Wirkung für zwei bis vier Stunden auf ihrem Höhepunkt. Nach drei bis sieben Stunden nimmt die Wirkung deutlich ab.
Medikamente mit kürzerer Wirkdauer
Bei vielen Kindern reicht die Wirkung einer einmaligen Einnahme am Morgen aus, um den Schulvormittag abzudecken. Für ältere Kinder oder bei langen Schultagen kann eine zweite Einnahme am späten Vormittag sinnvoll sein. Sollten ausgeprägte Symptome am Nachmittag auftreten, ist eine erneute Einnahme um die Mittagszeit oder am Nachmittag möglicherweise erforderlich.
Medikamente mit verlängerter Wirkdauer
Um mehrere Einnahmen pro Tag zu vermeiden, können Medikamente mit längerer Wirkdauer eingesetzt werden. Diese Tabletten oder Kapseln setzen den Wirkstoff verzögert frei, wodurch die Wirkung länger anhält. Die Art und Weise der verzögerten Freisetzung unterscheidet sich zwischen den verschiedenen Präparaten. Daher muss der Arzt individuell entscheiden, welches Medikament am besten geeignet ist.
Sicherheitsvorkehrungen und Missbrauchsschutz
Psychostimulanzien werden auf speziellen Rezepten verschrieben, um einen Missbrauch der Medikamente zu verhindern. Wichtig ist, dass diese Medikamente keine körperliche Abhängigkeit erzeugen.
Wirksamkeit und Zielgruppe
Die Effekte von Methylphenidat und Dexamphetamin sind bei Kindern ab sechs Jahren gut dokumentiert. Etwa 70 % der Kinder mit ausgeprägter ADHS zeigen eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome. Die Konzentrationsfähigkeit wird erhöht, und hyperaktives, impulsives sowie störendes Verhalten nimmt ab. Allerdings wirken die Medikamente nur während der Einnahmezeit, sodass oft eine mehrjährige Behandlung erforderlich ist.
Begrenzung der Behandlung auf schwere Fälle
Die guten Ergebnisse betreffen vor allem Kinder mit schwerer ADHS. Für Kinder mit leichteren Symptomen, die oft keine medikamentöse Behandlung benötigen, gelten diese Ergebnisse nicht.
Häufige Fragen zur Behandlung
  • Welche Nebenwirkungen treten auf, und wie können sie gemindert werden?
  • Wie verläuft ein Behandlungsversuch, und wie werden Medikamente optimal eingestellt?
  • Wie lange dauert die Einnahme, und welche regelmäßigen Kontrollen sind notwendig?
Diese und weitere Fragen sollten individuell mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, um die medikamentöse Therapie / Behandlung optimal anzupassen.

Fazit

Selbst die wissenschaftlich fundierten Therapieansätze bieten keine Garantie auf Erfolg in jedem Einzelfall. Daher erfordert die Behandlung von ADHS oft Geduld, Anpassungsfähigkeit und die enge Zusammenarbeit zwischen dem Betroffenen, den Angehörigen und den behandelnden Fachleuten.

Hinweis

Alle vom Verein bereitgestellten Informationen basieren auf sorgfältiger und fundierter Recherche. Dennoch ersetzen sie keinesfalls die medizinische Diagnose oder Behandlung durch einen Facharzt. Nur qualifizierte Fachpersonen können eine zuverlässige Diagnose stellen und die passende Therapie einleiten. Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen – lassen Sie sich daher stets fachkundig begleiten.

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